Wintertreffen Ludweiler Mai 2005Bericht von Uwe
Dabei fing alles doch so schön an. War der Himmel über Sachsen-Anhalt noch von Wolken verhangen, so klarte es doch auf der Fahrt auf der A4 auf. Wie jedes Jahr trafen wir noch einige "Freunde der Motorradfreunde Grunau" in Eisenach. Dort nutzte Uwe die Gunst der Stunde und demonstrierte eindrucksvoll, dass so ein Boxermotor doch noch mehr als heiße Luft produzieren kann und wärmte ein paar Würstchen auf den Zylindern an. Dann fuhren wir bei strahlendsten Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen Richtung Saarland. Am Rasthof Waldmohr erwarteten wir noch Rolf, der für die 80 km Fahrtstrecke aus seiner Heimat dorthin 25 Minuten brauchte (jaja, so ein Motorrad hatte ich auch mal ;-) ). Bilder zum -- So reisten wir frohen Mutes wieder einmal in das Saarland ein, wo ein kleines, unbeugsames Völkchen immer um diese Zeit der uralten Tradition folgt, Schweine in saftige Stücke zu zerlegen und diese dann über den Buchenfeuer hin und herzuschwenken bis sie gar sind... Das köstliche Ergebnis dieses Rituals nennen sie dann "Schwengbroode", was wohl so viel wie "Schwenkbraten" heißen soll. Also folgten wir immer der Nase nach den Duft von frisch gebrutzelten Schwenkern und sollten alsbald auch herzlich zu Trank und Schmaus geladen werden. Jedoch sollte es kein traditionelles Treffen in Ludweiler werden, wenn es auch noch trocken bleiben sollte. Es ist der nächste Morgen früh um Sieben. Uwe weckt die Truppe (durch welches laute Geräusch wird hier nicht verraten!). Er wusste nicht, dass er damit auch einen Regentag einläutete. Die ersten Tropfen fielen vom Himmel. Da wir Regen in Ludweiler schon immer gewöhnt waren, frühstückten wir erst mal in aller Ruhe. Bis 11:00 Uhr regnete es mal mehr, mal weniger, seltener nicht. Uwe dauerte es zu lange, er setzte sich auf seine Gummikuh und fuhr auf Umwegen in die Nordvogesen, um dort Beweisfotos zu machen, dass doch noch irgendwo die Sonne schien. Der Rest unserer Truppe fuhr dann auch in die Vogesen, um den Mix aus Sonne und Regen zu genießen. Gegen Abend trafen wir uns wieder in Ludweiler und sollten bei Bier und Schwenkern unseren Kurzurlaub weiter genießen. Die Temperaturen gingen langsam, aber stetig in den Keller. Der Klimawechsel kündigte sich an, langsam und unaufhaltsam. Zweiter Morgen in Ludweiler, Früh um Sieben. Uwe weckte wieder einmal den Rest der Truppe. Gleichzeitig fing es erneut an zu regenen (sind wir ja gewöhnt). Aber es war wieder etwas kälter geworden, nur das Eis auf den Zelten und auf den Motorrädern fehlte noch. Wieder ausgiebiges Frühstück, anschließend sollte es trotz Regen nach Luxemburg gehen. Wäre aber langweilig gewesen, wenn man auf den direkten Weg dorthin gefahren wäre. So führte die Tour erstmal hinein in die französische Industrieregion. Dort stellte Uwe eindrucksvoll unter Beweis, dass man ohne Probleme 30 km fahren kann, um anschließend wieder am gleichen Ort rauszukommen. Aber kein Problem, kurzter Blick auf die Karte, die richtige Richtung wieder eingeschlagen und es ging nach Luxemburg. In Luxemburg entronnen wir gerade noch mal der Schlechtwetter-Front, indem wir erst mal volltankten und einen kurzen Imbiss zu uns nahmen. Danach ging es Richtung Heimat, dachten wir. Nachdem Uwe wieder einmal die falsche Autobahnauffahrt erwischt hatte und statt ins Saarland Richtung Trier fuhr (es stand ja auch ganz groß "DEUTSCHLAND" an der Auffahrt) wollte dieser dann eigentlich umdrehen, zumal wir mit der Sonne im Rücken in die Schlechtwetter-Front hineinfuhren. Dann kam endlich eine Abfahrt auf der Autobahn. Kurz vor der Abfahrt stand aber groß auf Schildern zu lesen nach Saarbrücken würde es geradeaus gehen!!! Kurze, schnelle und falsche Entscheidung und wir waren wirklich nach Koblenz unterwegs! Das ist ja genauso, als wenn der Weg von Eisenach nach Dresden über Berlin ausgeschildert wäre... nein, ich will mich jetzt nicht rechtfertigen... Nach 170 km Fahrt, pausenlosen Regen und den sicheren Verwünschungen meiner Kameraden im Rücken kamen wir endlich, teilweise durchnässt, im Saarland an, wo Wegweiser davon berichteten, dass Luxemburg nur 69 km entfernt sei... Eine weitere Überraschung wartete noch für einen unserer wackeren Biker im Zelt. Nicht in Form einer hübschen jungen Frau. Nein, Poseidon hatte das Zelt mit 50 Litern Wasser gefüllt! Und so wurde eine neue Kategorie Biker geboren, der Busschläfer ;-). Aber uns sollte es noch nicht am schlimmsten ergehen. Thomas, welcher schon am Samstag wieder nach Hause musste (Klassentreffen), hatte von "Ludweiler bis Eisenach Regen und kalt, danach nur noch kalt" (O-Text SMS). Weichei, wir hatten in Ludweiler auch keine "heiße Wanne danach"! Abends sorgte wieder eine tolle Band für eine super Stimmung im herrlich beheizten Bierzelt. Am Sonntag Morgen ein überaus reichhaltiges Frühstück (viele Grüße an Schlappi von meiner Frau für die vielen Eier). Uwe füllte noch einen Seitenkoffer der BMW mit 17 kg Schwenkern aus (die Kühlschranktemperaturen im Saarland machten es möglich) und dann ging es wieder zurück nach Hause. |